Höhere Pflegeleistungen
Die Leistungen von Angehörigen und Pflegekräften müssen besser honoriert werden – das fordert nun der Sozialverband VdK!
Nach der Reform der Pflegeversicherung im Jahr 2009 forderte VdK–Präsidentin Ulrike Mascher nun eine deutliche Anhebung der Sätze für die häusliche Pflege sowie den zügigen Ausbau professioneller Beratungsinstitutionen und von Tagespflegeeinrichtungen.
Ihrer Meinung nach gehöre zu einer zukunftsfähigen Pflegepolitik auch die Aufwertung des Berufsbilds der Pflege. Darüber hinaus äußerte sie sich auch zu den aktuellen Plänen für eine kapitalgedeckte Pflegeversicherung. Diese erteilte sie eine deutliche Absage: „Das wäre der Abschied aus unserem bewährten solidarischen System und würde für Millionen von Versicherten eine ungewisse Zukunft bedeuten. Ich wundere mich, dass nach den bitteren Erfahrungen der Finanzkrise die Idee der Kapitaldeckung immer noch nicht verworfen wurde.“
Weiter führte sie aus, dass Sparsamkeit nicht der Maßstab im Umgang mit Pflegebedürftigen sein dürfe. Vielmehr müsse es ins Bewusstsein aller Verantwortlichen dringen, dass Menschen, die krank sind und dauerhaft Hilfe brauchen, selbstverständlich ein Recht auf Teilhabe in der Gesellschaft haben. In dem sensiblen Thema Pflege gehe es vor allem um die Würde der pflegebedürftigen Menschen und somit um die Umsetzung eines festgeschriebenen Grundrechts.
Sie warnte auch davor, dass bei der Pflege der Zukunft allzu sehr „auf die stille und meist weibliche Reserve“ der Angehörigen gesetzt werde. Dies sei zwar die wohl kostengünstigste Lösung, allerdings kritisierte sie in diesem Zusammenhang die fehlende Unterstützung von pflegenden Angehörigen.
Momentan gebe es weder tragfähige Konzepte zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege noch würden Angehörige angemessen finanziell unterstützt, wenn sie die Pflege ihrer Angehörigen übernehmen.
Das Thema Pflege wird, so die Präsidentin, eine Schlüsselrolle in der zukünftigen Gesellschaft spielen. Dies wird allein schon daraus deutlich, dass der Umsatz der Gesundheits– und Pflegebranche heute genauso hoch ist, wie der der deutschen Automobilindustrie. Allerdings bleiben in Pflegeheimen trotzdem viele offene Stellen unbesetzt. „Die Branche muss ihr Stiefkind–Image verlieren“, fordert Mascher. Hierzu gehört vor allen Dingen eine angemessene Entlohnung und deutlich bessere Arbeitsbedingungen im Bereich der Pflege.
News vom 2010-06-11
