Die Formen der Hilfeleistungen im Überblick...

...und welche Hilfen berücksichtigt werden!

Wie stellt sich die Hilfe in Bezug auf die gesetzlichen Pflegeleistungen dar?

Hilfe im Sinne der Pflegeversicherung heißt, dass bestimmte Verrichtungen im Ablauf des Alltags nicht mehr oder nur eingeschränkt selbst durchgeführt werden können. So besteht beispielsweise ein berücksichtigungsfähiger Hilfebedarf, wenn Sie sich nicht mehr selbst waschen können.

Welche Formen der Hilfe gibt es in der gesetzlichen Pflegeversicherung?

Berücksichtigt werden die Hilfeformen

  • der Unterstützung,
  • der teilweisen oder vollständigen Übernahme,
  • oder der Beaufsichtigung bzw. der Anleitung.

Unterstützung bedeutet hierbei, dass Sie durch die Bereitstellung sächlicher Hilfen in die Lage versetzt werden, eine gesetzlich angeführte Verrichtung selbständig durchzuführen. Als Beispiel wäre hier die Bereitstellung eines Rollators zu nennen, um die Verrichtung Gehen zu ermöglichen.

Von einer vollständigen Übernahme der Verrichtungen spricht man, wenn Ihre Pflegeperson – ohne Zutun von Ihnen – eine Verrichtung selbstständig erledigt. Also z.B. wenn Ihre Pflegeperson Sie ohne Ihre Hilfe wäscht.

Eine teilweise Übernahme bedeutet, dass Ihre Pflegeperson nur einzelne Handlungen übernimmt und Sie mithelfen können. Beispielhaft liegt eine teilweise Übernahme dann vor, wenn Sie sich zwar den Bauch waschen können, jedoch nicht Ihre Beine, sodass Ihre Pflegeperson dies übernehmen muss.

Beaufsichtigung und Anleitung zielen darauf ab, dass Sie die Verrichtungen noch selbst korrekt durchführen können.

Ziel der Beaufsichtigung und Anleitung ist deshalb vor allen Dingen die

  • körperliche, psychische und geistige Fähigkeiten zu fördern und zu erhalten (z. B. Orientierung zur eigenen Person und in der Umgebung),
  • Selbst- oder Fremdgefährdung zu vermeiden (z. B. durch unsachgemäßen Umgang mit Strom, Wasser oder offenem Feuer),
  • Ängste, Reizbarkeit oder Aggressionen beim Antragsteller abzubauen.

Wird jeder Beaufsichtigungsbedarf bei der Prüfung der Pflegebedürftigkeit berücksichtigt?

Leider nein – So ist ein, unabhängig von den in § 14 Abs. 4 SGB XI genannten Verrichtungen, erforderlicher allgemeiner Beaufsichtigungs- und Betreuungsbedarf (z. B. eines geistig behinderten Menschen) bei der Feststellung des Hilfebedarfs zur Überprüfung der Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit nicht zu berücksichtigen.

Ebenso gilt dies auch für den Fall einer allgemeinen, also nicht verrichtungsbezogenen, Beaufsichtigung und Betreuung zur Vermeidung einer Selbst- oder Fremdgefährdung.

Ist es nicht besser und schneller, wenn die Pflegeperson alles, also eine vollständige Übernahme, durchführt?

Nein - sowohl die vollständige als auch die teilweise Übernahme der Verrichtungen beinhalten die aktivierende Pflege. Das heißt, Sie sollen weiterhin zur eigenständigen Handlungen ermuntert werden. Dies auch um Ihre Selbständigkeit weiter zu fördern.

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