Die Bereiche der Verrichtungen im Überblick...

...und welche Verrichtungen berücksichtigt werden!

Welche Verrichtungen werden in der Pflegeversicherung berücksichtigt?

Für die Feststellung der Pflegebedürftigkeit werden nur die im Gesetz (§14 SGB XI) genannten gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens berücksichtigt.

In welche Bereiche werden die Verrichtungen aufgeteilt?

Es gibt drei Bereiche, in welchen die Verrichtungen aufgeteilt werden.

Die Bereiche sind:

  • Die Körperpflege
  • Die Ernährung
  • Die Mobilität

Verrichtungen der Körperpflege

Das Waschen

Hierbei wird das Waschen des ganzen Körpers berücksichtigt, aber auch von Teilbereichen des Körpers.

Zum Waschvorgang gehören: die Vor- und Nachbereitung sowie das Waschen des ganzen Körpers bzw. einzelner Körperteile und das Abtrocknen.

Das Duschen

Das Duschen des Körpers umfasst eine Ganzkörperwäsche unter der Dusche, wobei hierbei auch die Vor- und Nachbereitung des Waschvorgangs, die Ganzkörperwäsche selbst und das Abtrocknen des ganzen Körpers berücksichtigt werden.

Das Baden

Das Baden umfasst eine Ganzkörperwäsche in einer Badewanne. Auch hier gehören sowohl die Vor- und Nachbereitung, das Waschen des ganzen Körpers selbst sowie das Abtrocknen des Körpers zu der Verrichtung.

Die Zahnpflege

Die Zahnpflege umfasst sowohl die Vorbereitung wie z. B. Zahnpasta auf die Bürste geben und das Aufschrauben von Behältnissen (Zahnpasta/Mundwasser) als auch den eigentlichen Putzvorgang und die Nachbereitung, aber auch die Reinigung von Zahnersatz und die Mundpflege, d. h. das Spülen der Mundhöhle mit Mundwasser und die mechanische Reinigung der Mundhöhle.

Das Kämmen

Hierbei wird sowohl das Kämmen, als auch das Bürsten der Haare berücksichtigt. Dauerwellen oder das Haare schneiden werden nicht berücksichtigt. Trägt der Antragsteller ein Toupet oder eine Perücke, wird das Kämmen oder Aufsetzen dieses Haarteils beim Hilfebedarf gewertet.

Das Rasieren

Das Rasieren (auch eines Damenbartes) beinhaltet wahlweise die Trocken- oder Nassrasur und deren sichere Durchführung.

Die Darm- und Blasenentleerung

Hierzu gehört auch die Kontrolle des Wasserlassens und Stuhlganges, Reinigung und Versorgung von künstlich geschaffenen Ausgängen.

Die durchaus notwendigen Handgriffe bei diesem Hygienevorgang, das Richten der Kleidung (also An- bzw. Ausziehen), die Intimhygiene (Säubern) werden berücksichtigt. Weiter wird auch das eventuell notwendige Entleeren und Säubern eines Toilettenstuhls bzw. Stechbeckens oder das Entleeren/Wechseln eines Urinbeutels angerechnet.

Darüber hinaus wird das An-/Ablegen und Wechseln von Inkontinenz Produkten berücksichtigt.

Verrichtungen der Ernährung

Das mundgerechte Zubereiten der Nahrung

Zur "mundgerechten" Zubereitung der Nahrung gehört allein die letzte Maßnahme vor der Nahrungsaufnahme. Dies ist z.B. das Zerkleinern in mundgerechte Bissen, das Heraustrennen von Knochen und Gräten, das Einweichen harter Nahrung bei Kau- und Schluckbeschwerden und das Einfüllen von Getränken in Trinkgefäße.

Hierzu zählen nicht das Kochen oder das Eindecken des Tisches.

Auch die Zubereitung von Diäten, einschließlich des anhand der Diätvorschriften vorzunehmenden Bemessens und Zuteilens der zubereiteten Nahrung bzw. einzelner Nahrungsbestandteile werden bei dieser Verrichtung nicht berücksichtigt.

Die Aufnahme der Nahrung

Zur Nahrungszufuhr gehören die Nahrungsaufnahme in jeder Form (fest, breiig, flüssig) wie auch die Verabreichung von Sondennahrung mittels Ernährungssonde einschließlich der Pflege der Sonde und die Verwendung von Besteck oder anderer geeigneter Geräte (z. B. behindertengerechtes Geschirr oder Essbesteck), um Nahrung zum Mund zu führen.

Verrichtungen der Mobilität

Das selbständige Aufstehen und Zu-Bett-Gehen

Dies umfasst neben der Mobilität auch die eigenständige Entscheidung im Zusammenhang mit Wachen, Ruhen und Schlafen zeitgerecht das Bett aufzusuchen bzw. zu verlassen.

Das Zu-Bett-Gehen stellt einen körperlichen Bewegungsvorgang dar, der den Zweck hat, in ein Bett hineinzugelangen, und der mit der Einnahme einer liegenden (zum Ruhen oder Schlafen geeigneten) Position im Bett endet.

Berücksichtigt werden alle notwendigen Hilfestellungen, die der Durchführung dieses körperlichen Bewegungsvorganges dienen.

Das An- und Auskleiden

Bei der Verrichtung Ankleiden wird das Ausziehen von Nachtwäsche und das Anziehen von Tagesbekleidung als ein Vorgang gewertet. Bei der Verrichtung Auskleiden wird das Ausziehen von Tagesbekleidung und das Anziehen von Nachtwäsche als ein Vorgang gewertet.

Hierbei werden die notwendigen Handgriffen, z. B. Öffnen und Schließen von Verschlüssen, Auf- und Zuknöpfen, Aus- und Anziehen von Schuhen, die Auswahl der Kleidungsstücke (Jahreszeit, Witterung), deren Entnahme aus ihrem normalen Aufbewahrungsort wie Kommoden und Schränken erfasst

Das Gehen

Das Gehen, Stehen und Treppensteigen innerhalb der Wohnung wird nur im Zusammenhang mit den gesetzlich definierten Verrichtungen gewertet. Also immer dann, wenn das Gehen aufgrund einer hier genannten Verrichtung erfolgt. Fortbewegung beinhaltet bei Rollstuhlfahrern auch die Benutzung des Rollstuhls. Wichtig ist hierbei, dass jeder Weg einzeln berücksichtigt (Hin- und Rückweg = 2 x Gehen) wird.

Das Stehen

Wie beim Gehen hängt der Hilfebedarf beim Stehen von der Durchführung der gesetzlich vorgegebenen Verrichtungen ab.

Als Hilfebedarf wird ausschließlich der Transfer berücksichtigt. Hierzu zählt z. B. das Umsetzen von einem Rollstuhl/Sessel auf einen Toilettenstuhl oder der Transfer in eine Badewanne oder Duschtasse.

Jeder Transfer wird auch hier einzeln berücksichtigt (Hin- und Rücktransfer = 2 x Transfer).

Das Treppensteigen

Das Treppensteigen beinhaltet das Überwinden von Stufen innerhalb der Wohnung.

Das Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung

Es werden nur solche Maßnahmen außerhalb der Wohnung berücksichtigt, die unmittelbar für die Aufrechterhaltung der Lebensführung zu Hause notwendig sind und das persönliche Erscheinen des Antragstellers erfordern. Berücksichtigungsfähige Maßnahmen sind das Aufsuchen von Ärzten zu therapeutischen Zwecken oder die Inanspruchnahme vertragsärztlich verordneter Therapien.

Der Hilfebedarf beim Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung wird dann berücksichtigt, wenn dieser regelmäßig (mindestens einmal pro Woche) und auf Dauer (voraussichtlich mindestens 6 Monate) anfällt.

Wichtig hierbei ist, dass zusätzlich zu den Fahrzeiten die zwangsläufig anfallenden Warte- und Begleitzeiten der Begleitperson angerechnet werden, wenn sie dadurch zeitlich und örtlich gebunden ist. Bei Kindern kann die Notwendigkeit der Begleitung beim Arzt zur Durchführung therapeutischer Zwecke oder der Begleitung bei Inanspruchnahme vertragsärztlich verordneter Therapien vorausgesetzt und einschließlich der Wartezeit als Hilfebedarf berücksichtigt werden.

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